Updates aus der 8. Etage

Updates aus der 8. Etage

31. August 2018 4 Von Jule

Wie versprochen das Update aus der 8. Etage des Green Miami Resorts. Wir haben es uns schon häuslich eingerichtet in unserem Appartement, genießen die Aussicht aufs Meer und vor allem den Platz. Es ist schon ein Unterschied zu viert in einem 12 qm² Hotelzimmer zu hausen oder in einer fast 100 qm² Wohnung mit zwei Bädern. Ich persönlich bin ja nicht so ein Fan von Hochhäusern, aber in diesem Fall drücke ich mal ein Auge zu. Denn zwischen den Hochhäusern verbirgt sich das i-Tüpfelchen. Eine riesige Poolanlage, mit Wasserrutsche und Spielplatz, Sauna und Fitnessraum. Wahnsinn…wir fühlen uns hier wie die Könige der Welt. Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet. War ich doch anfangs sehr skeptisch der Unterkunft gegenüber.

Aber nun nochmal von vorne.

Die letzten Tage in Georgetown verbrachten wir unter anderem im Youth Park. Dies ist eine sehr schöne Parkanlage am Berg gelegen, mit öffentlichen Pools, großem Spielplatz und freilaufenden Affen.

Da wir den Park etwas für uns erkunden wollen, liefen wir erst einmal blindlinks los. Wo der Weg wohl hinführt? Von der Neugierde gepackt, ging es immer weiter aufwärts durch den Dschungel. Der Schweiß lief uns nur so runter. Wir waren alles andere als passend vorbereitet für einen Bergaufstieg – Flip Flops, langes Flatterkleid, Trage vergessen. Aber so ist das mit der Spontanität. Zudem durften wir auf unserem Weg nach oben, den Affen in den Bäumen Guten Tag sagen. Eine gefühlte Stunde später erreichten wir eine Plattform. Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einem Klo, da entdeckte ich einen herrlichen Ausblick über Georgetown und rief schnell nach meinen Jungs. Unsere Spontanität wurde belohnt. 😉 Auf dem Rückweg wurde Theo natürlich müde und konnte nicht mehr laufen. Was zu erwarten war. So nahm ich mir ein Beispiel an den Affen, buckelte ihn auf meinem Rücken und trug ihn den Berg wieder runter. Ich denke so macht man das im Dschungel.

Den Tag drauf besuchten wir in Georgetown die berühmte Lebuh Armenian. Diese Straße ist sehr beliebt aufgrund der Streetart. So beliebt, dass man sich hätte anstellen müssen, um ein Foto mit der Wand zu machen. Naja…da hatten wir natürlich kein Bock drauf. Dennoch konnten wir an anderen Ecken einige coole Fotos machen. Zudem konnte ich einen Punkt auf meiner ganz persönlichen Weltreise-To-Do-Liste abhaken – eine frische Kokosnuss schlürfen. Für umgerechnet einen Euro hat der gute Mann uns die frische Kokosnuss geköpft und mit einem Strohhalm versehen. Nun ja…ich muss gestehen, ich hätte es mir leckerer vorgestellt. Schmeckt ein bisschen muffig. Dennoch wird es nicht meine letzte Kokosnuss gewesen sein. 😊 Es war wirklich sehr heiß an diesem Tag und wir sehnten uns nach einem Eis. Ein netter Mann lockte uns in seinen Laden und warb mit köstlichen Durian-Eis. Was auch immer, dachten wir uns – Hauptsache Eis! Durians sind hier sehr beliebte und wohl auch teure Früchte. Eine Frucht die polarisiert, wenn ihr mich fragt. Entweder man liebt sie oder man findet sie abstoßend. Wir ordnen uns eher zweiterem zu. Wenn man den Geschmack beschreiben sollte, ist es eine Mischung aus Zwiebel, Knoblauch, Vanille und Banane. Das alles in einer Frucht – ich bitte dich. Was hat sich die Natur nur dabei gedacht?!

Anschließend wollten wir dann eigentlich weiter zu einem Tempel direkt am Hafen gelegen. Dieser war aber ca. 20 min. Fußweg entfernt. Die Jungs waren schon sehr geschafft von der Hitze und vom laufen, sodass wir uns eine Rikscha nahmen. Die cruisen durch die ganze Stadt. Der Mann, der uns fuhr war mindestens 60 Jahre alt. Er fuhr uns 4 deutsche Kartoffeln, die zusammen fast 200kg auf die Waage bringen, auf diesem klapperigen, alten Rikscha-Rad in der Gegend rum. Er tat mir so leid. Ich glaube er war froh, als wir endlich ausstiegen. 😊 Am Tempel ließen wir den Tag ausklingen und fuhren mit dem Grab-Car zurück zu unserem Hotel.

Unseren letzten Tag in Georgetown verbrachten wir nochmals auf einem Berg. Der Penang Hill lieg 712m über dem Meeresspiegel und ist mit einem Cable Car zu erreichen. Es geht steil nach oben. An dem Bau des Cable Cars wirkten unter anderen deutsche und schweizer Firmen mit. Auf dem Berg hat man natürlich einen herrlichen Blick über die Insel. Ansonsten ist auch dort der Tourismus nicht zu übersehen. Wir entschieden uns speziell noch einmal für den Curtis Crest Tree Top Walk durch den Regenwald bis hoch zu den Baumspitzen. Höher ging es nicht, maximaler Sauerstoffgehalt. Wahnsinn! Das war wirklich ein schöner Abschluss unserer ersten (Urlaubs)Woche in Georgetown. Abends ließen wir es uns noch einmal im Hotelrestaurant ordentlich schmecken. Dort gab es leckeres Buffet mit Knoblauchbrot und Bruschetta, Live-Musik sowie super nette Kellner. Das asiatische Gesangsduo erfüllte uns auch noch jeden Musikwunsch und spielten von „Havanna oh nana“ über „We will rock you“ bis Nora Jones alles für uns, sodass die Jungs sich müde tanzen konnten.

Am nächsten Tag hieß es dann auschecken und in die neue Unterkunft. Hier soll ein wenig Alltag einkehren. Mark wird meistens abends arbeiten, sodass wir tagsüber Familienzeit genießen können.  Die ersten Tage ließen wir ein wenig Ruhe einkehren. Wir richteten uns ein, machten einen kleinen Einkauf (mittlerweile lassen wir uns Tesco beliefern, da es hier keinen richtigen Supermarkt in der Nähe gibt) und erkundeten ein wenig die Gegend. Am ersten Abend kochte ich Spaghetti mit Tomatensauce, etwas Vertrautes für die Kids. 😉 Wir verbrachten einige schöne Stunden am Strand. Buddeln, baden, Sonnenuhren bauen, Muscheln sammeln und auch ein wenig Müll einsammeln. Dies haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Denn natürlich war uns bewusst, dass der Müll hier überall rumliegt, aber das heißt nicht, dass wir das einfach so hinnehmen. Wir leisten demzufolge unseren Beitrag auf diese Art. Bruno konnte mit Papa einmal Jetsky fahren. Das fand er mega cool und wollte natürlich gleich nochmal. Beim Spielen am Strand hat Bruno dann im Wasser etwas gepieckt. Auf seinem Fuß war eine leichte Rötung und kleine Nesselstiche zu erkennen. Er weinte und es brannte ihn höllisch. Wir vermuteten, dass ihn eine Qualle gestrichen hat. Dr. Google rat uns entweder mit Essig oder Pipi zu behandeln. Ihr könnt euch vorstellen, was wir in der Not gewählt haben?! 😀 Da Bruno gerade nicht musste, half Medizinmann Theo ganz selbstlos aus. Der gewünschte Erfolg war gegeben. Es hörte langsam auf zu brennen und Bruno konnte gemütlich weiterspielen. Vor dem Meer hat er jetzt aber wieder ein wenig mehr Respekt.

Nach einem genüsslichen Tag am Pool, haben wir dann gestern den Penang Nationalpark besucht. Eine zweistündige Trekkingtour durch den tiefen Dschungel bis zum Turtlebeach und dann wieder mit dem Boot zurück. Das war unsere Route. Es war super anstrengend bei einer Luftfeuchtigkeit von über 90% den wurzeligen Pfad rauf und runter zu kraxeln. Den größten Teil der Route hatte ich Theo in der Trage. Bruno hat den ganzen Weg super gemeistert. Ich bin sehr stolz auf meine Dschungel-Kids. Glücklicherweise überquerten wir einige kleine Quellen, an denen wir uns etwas erfrischen konnten. Wir sahen Affen, Eidechsen, große Schmetterlinge und wirklich riesige Ameisen. Endlich am Strand angekommen, ruhten wir uns erstmal in unserer Hängematte aus und ließen uns die frische Meerluft um die Nase wehen. Es war so gut wie menschenleer und demzufolge auch wirklich OHNE Müll. Yeah! Der Strand heißt Turtlebeach, da er ein bevorzugter Nistplatz für Schildkröten darstellt. Das Turtel Conversation Center (Schildkrötenauffangstation) hat sich an diesem Strand niedergelassen, um schwindende Populationen von malaysischen Schildkröten zu schützen.

Vollkommen erledigt ließen wir uns mit dem Boot zurückfahren. Wir kehrten bei Rubin Mardini Café & Restaurant ein – einem arabisch-türkischen Restaurant. Super leckere Küche mit Humus und Falafel, ein total lieber Kellner und ein sehr angenehmes Ambiente. Dieses Lokal kommt auf jeden Fall auf unsere Favoritenliste.

Nun neigt sich auch diese Woche schon wieder langsam dem Ende zu. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das hier schon Alltag nennen können. Es fühlt sich tatsächlich immer noch wie Urlaub an. Gehört das Urlaubsfeeling jetzt vielleicht einfach zu unserem Alltag?!

Liebe Grüße von Medizinmann Theo und seiner Crew 😉