Penang – Wir grooven uns noch ein

Penang – Wir grooven uns noch ein

23. August 2018 0 Von Jule

Am 19.08.2018 ging es endlich los ins große Abenteuer. Wir starteten von Berlin aus. Der Wecker klingelte morgens um 6Uhr. Die Jungs weckten wir mit „Havana Ooh Na-na“ – den Song lieben sie. Kaum waren die Äuglein auf, war die Aufregung präsent. Im Taxi auf dem Weg zum Flughafen sangen beide im Chor „Wir gehen heut auf Weltreise, wir gehen heut auf Weltreise.“ Die Vorfreude war sichtlich groß…noch. 😉

Am Flughafen angekommen, mussten wir feststellen, dass unsere 1,5l Wasserflasche im Rucksack zur Hälfte ausgelaufen ist. Alles war relativ nass, leider auch die Technik. Aber glücklicherweise ist alles heil geblieben. Nachdem wir unser Gepäck aufgegeben haben, gab es erst einmal Frühstück. 26 Euro für zwei Kaffee und drei Brötchen. Naja…wat soll`s. Unsere Gefühlslage lässt sich zwischen Aufregung, Vorfreude und Müdigkeit einordnen. Sicherheitskontrolle – Passkontrolle – alles save. Wir können boarden. Reihe 13 – da sitzt Familie Bosold für die nächsten 12h. Für mich persönlich ist die 13, wenn überhaupt, eine Glückszahl. Zum Beispiel habe ich an einem Freitag, den 13. aufgehört zu rauchen, was mir sehr viel Glückseligkeit und vor allem Freiheit gibt.

Wie leider schon erwartet gibt es im Flieger keinerlei Entertainment. Es sei denn man bezahlt. Aber wir haben ja zum Glück vorgesorgt und einige Serien und Filme für die Kids aufs Tablet offline verfügbar gemacht. Insgesamt hat uns das auch sehr den Ar… gerettet, denn die Jungs haben tatsächlich nicht sehr viel geschlafen. Der Flieger startete morgens um 9:40Uhr und landete 12 Stunden später. Nach deutscher Zeit um 21:40 Uhr. Das ist genau die Zeitspanne, in der die Kinder aktiv und fit sind. Theo hat lediglich 1 Stunde (Mittags)Schlaf gemacht und Bruno hat abends eine halbe Stunde geschlafen. Echt ein bisschen mau. Dementsprechend durch waren wir auch alle als wir ENDLICH in Singapur ankamen. Der erste große Ritt war geschafft. Da wir unseren Anschlussflug umgebucht haben mussten wir in Singapur unser Gepäck holen und wieder neu aufgeben. Dafür sind wir einmal eingereist, um dann wieder auszureisen. Tolle Aktion so mitten in der Nacht mit müden Kindern und einem hungrigen Mann. 😉 Bis zum nächsten Flug nach Penang hatten wir dann aber noch zwei Stündchen, die wir gemütlich auf dem Flughafenboden hinter einer Bank geschlafen haben.

Für unseren letzten einstündigen Flug nach Malaysia mussten wir ein letztes Mal die Sicherheitskontrolle passieren. Problem war nur, die Kids waren nicht wach zu kriegen. Wer musste schon einmal mit schlaftaumelnden Kindern durch den Security Check? Wirklich nicht empfehlenswert! In Penang gelandet, haben wir uns gleich ein Taxi genommen und haben uns zum Hotel nach Georgetown fahren lassen. Die Kinder immer noch schlafend.

Als wir ausgestiegen sind war die Katastrophe perfekt. Theo hat einen Schreianfall bekommen, es war warm, es stank auf der Straße und das Hotel, gelegen an einer dreispurigen Hauptstraße, sah definitiv nicht so aus, wie es uns im Internet versprochen wurde. Ich selber war ebenfalls komplett fertig und musste erst einmal mit Theo mitweinen.

Kulturschock! Wo sind wir hier nur gelandet! Ich will sofort wieder zurück! Ich denke ähnlich wird sich Theo in diesem Moment auch gefühlt haben. Bruno sagte mit verzogenen Mundwinkeln „Das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.“ und auch dabei konnte ich ihm in diesem Moment nur Recht geben. Ich habe meine Kinder noch nie so fertig gesehen…das schmerzte in meinem Mamaherz.

Auf unser Zimmer mussten wir noch ein Stündchen warten. Also liefen wir noch etwas herum auf der Suche nach etwas Essbaren. Georgetown ist berüchtigt für sein Streetfood. So gönnte sich Daddy auch gleich für umgerechnet schlappe 1 Euro eine Mahlzeit, mit Nudeln, Scampis und irgendwas. Die Kinder und ich waren noch sehr skeptisch.

An dieser Stelle möchte ich unserem Daddy noch einmal danken. Er ist unser Fels in der Brandung. Er blieb die ganze Zeit ruhig und konzentriert, kümmerte sich um die ganzen Flugpapiere und sprach uns immer Mut zu. Ich bin so dankbar ihn meinen Ehemann nennen zu können und würde ihn auf der Stelle noch einmal heiraten. <3

Als wir den ersten Schock verdaut haben und unser Zimmer beziehen konnten, verbrachten wir den Nachmittag am Hotelpool. Das Wasser war zwar pullerwarm, aber bei den Temperaturen hier, ist es doch eine ganz angenehme Erfrischung. Vor allem waren die Kinder glücklich – und dann ist die Mama auch zufrieden. 😊

Eigentlich wollten wir abends noch etwas ordentliches Essen gehen, aber montags ist hier immer Ruhetag für die meisten Restaurants. Die Kinder waren eh viel zu müde. So gab es lediglich ein paar Biskuits, den Sandmann um 17:30 Uhr und um 17:40 Uhr schliefen wir alle tief und fest. 15h später, mit einer etwa einstündigen Unterbrechung um Mitternacht, sah die Welt schon besser aus.

Den Vormittag verbrachte ich mit den Kindern wieder am Pool. So konnte Bosi sich noch um ein paar Dinge kümmern. Wir brauchten Bargeld (Malaysische Ringgits) und mobiles Internet. Bosi hat zudem festgestellt, dass wir bei der Hitze keinesfalls mit den Jungs großartig durch die Straßen laufen können. Zudem gibt es gar keine richtigen Gehwege. Die Leute sind hier hauptsächlich mit Roller oder Autos unterwegs. Auch wir nutzen dies nun für uns. Über eine asiatische App namens Grap können wir uns individuell unseren Fahrer ordern und uns 3 min später ganz einfach und mega günstig von A nach B fahren lassen. Das ist wirklich Luxus.

So auch an diesem Nachmittag, den wir am Batu Ferringhi, einem kleinen Strandort in der Nähe von Georgetown, verbrachten. Am Meer fühlten wir uns natürlich wieder pudelwohl.

Abends gab es das erste richtige leckere Essen in einem Seafoodrestaurant. In den Aquarien waren die riesigen Lobster, Crabs und Fische zu sehen, sowie die vielen Austern und Muscheln, welche auf Eisbergen getürmt waren. Alles frisch zu Tisch. Bruno probierte sogar die Austern, entschied sich letztendlich dann aber doch für die Pommes. Gott sei Dank gibt es sowas hier. 😀  Generell sind die Kinder den einheimischen Gerichten gegenüber noch sehr zurückhaltend. Das wird sich aber hoffentlich mit der Zeit legen.

Gestern hat es den ganzen Tag geregnet und gewittert. Dennoch war es sehr warm. Wir besuchten das 3D Trick Art Museum sowie die Tempel und Moscheen in Little India.

Heute waren wir vormittags in der Mall, eigentlich auf der Suche nach ein paar hellen T-Shirts für den Papa. Aber auch hier zeigt sich die Konsumgesellschaft von seiner besten Seite. Schon beim Betreten des wirklich riesigen Shoppingcenters (über 7 Etagen), verging mir alles.

Am liebsten umdrehen und raus. Natürlich haben wir keine T-Shirts gefunden. Jedoch hat Bruno sich eine neue Taucherbrille zugelegt, die er gerade mit Genuss im Pool nutzt. Es sind auch wirklich viele Kinder hier im Hotel. Eine Familie aus Nepal macht hier gerade Urlaub. Da wir so einen wunderbar kontaktfreudigen Sohnemann haben, freundete er sich, trotz Sprachbarriere, schnell mit dem Jungen „Amar“ an. Gemeinsam gehen sie gerade auf Tauchstation.

Bis Montag sind wir noch hier im Heritage 1926 und werden Georgetown noch entspannt für uns entdecken. Dann ziehen wir um in ein 3-Zimmer Airbnb Appartement in einem Vorort von Georgetown. Von dort aus schreibe ich euch dann gerne wieder.

Liebe Grüße von uns!