Life Is Good at the Beach

Life Is Good at the Beach

19. Oktober 2018 0 Von Jule

Ich melde mich mal wieder aus dem Paradies mit dem nächsten Katastrophenbericht. Nein…war nur ein Scherz. Bis auf ein kleines Erdbeben, welches uns eines Nachts aus dem Schlaf gerüttelt hat, war alles in Ordnung. 😉 Uns geht es allen gut und die letzten Tage waren wieder so wie vor der ganzen Krankheitsodysee. Obwohl…eigentlich noch besser, da wir unseren Besuch aus Deutschland nach wie vor genießen und obendrein noch eine deutsche Familie kennengelernt haben, die mit ihren drei Kindern derzeit auch auf Weltreise sind.

Ein witziges Ereignis hatten wir an einem unserer letzten Abende in Ubud. Nach einem langen Tag auf dem Roller, vorbei an einem MiniZoo, in welchem wir alle möglichen Tiere in die Hand gedrückt bekamen (von artgerechter Haltung sprechen wir jetzt mal nicht), weiter zum schwarzen Strand, wo sich die riesen Wellen am Ufer brachen, weiter zum Bengali Waterfall, mit einer schön errichteten Bar inklusive Pool und DJ bis hin zum Goa Gajah Tempel, in welchem Bosi sich ein Sarong um die Hüften schwingen musste.

Wir waren sehr geschafft von diesem erlebnisreichen Tag und wollten nur noch gemütlich Abendbrot essen. Mir wurde in Ubud eine Warung inmitten der Reisfelder empfohlen. Sehr idyllisch. Als die Sonne dann untergegangen war und alles liebevoll mit Lichtern beleuchtet wurde, war die Romantik perfekt. Für mich jedenfalls. Den Rückweg mussten wir dann mit unseren Rollern im Dunkeln auf den schmalen Pfad zwischen den Reisfeldern bewältigen. Der Weg war schon im Hellen eine Herausforderung. Es kam wie es kommen musste. Der Papa fiel samt Roller und Bruno in die Reisfelder. Ich musste mir wirklich das Lachen verkneifen, aber Bruno und Daddy fanden es in dem Moment alles andere als lustig. Als ich dann auch realisierte, dass wir das über 100kg schwere Rollergefährt aus dem Matsch stemmen müssen, war mir auch nicht mehr so zum Lachen zumute. Es war dunkel, wir waren allein, ein Kind komplett voll Matsch und weinend vom Schreck. Es half alles nichts…und irgendwie haben wir den Roller auch wieder aus dem Reisfeldmatsch bekommen. Juchuu…Ein Paar Schrammen musste er einstecken, aber zum Glück ist uns nichts passiert. Nach einer warmen Dusche zu Hause und ein bisschen Abstand kann sogar der Papa mittlerweile drüber lachen. Es sah aber auch wirklich witzig aus.😉 Für die Jungs ist aber klar, dass wir keine Wege mehr durch die Reisfelder fahren dürfen. Glücklicherweise sind die hier beim Rollerverleih so entspannt. Verleih und Rückgabe ist hier eine Angelegenheit von Minuten und funktioniert per Handschlag. Kein stundenlanger Check. Sehr angenehm, birgt aber auch die Gefahr, dass man die letzten Schrottkarren bekommt. Da sollte man dann doch aufpassen. Bisher hatten wir ein gutes Händchen.

Wir sind jetzt am südlichsten Zipfel der Insel, in Uluwatu, gelandet. Unsere Villa in Ubud haben wir gegen einen schnuckeligen Familienbetrieb in perfekter Lage, mit sauberen Zimmern, Gemeinschaftspool und Frühstück inklusive, eingetauscht. Wir haben alle coolen Strände nur wenige Rollerminuten von uns entfernt. Die Steilküsten erinnern uns stark an Irland, ebenso wie die Sonnenuntergänge. Einfach nur zauberhaft.

An unserem ersten Abend hier hat Bruno begeistert den Surfern zugeschaut und wollte sich sofort selbst aufs Board schwingen. Als wir aber das Biotop am Uferrand entdeckten, wo sich lange Seesterne, dicke Seeschnecken und kleine Muschelkrebse nur so tummelten, war das Surfen auch erstmal wieder vergessen. Die Jungs vergnügten sich zudem mit der Muschelsuche während wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Einer dieser perfekten Momente, in denen ich einfach nur die pure Dankbarkeit verspüre.

 

Ich denke so langsam wissen wir welchen Rahmen wir für uns benötigen. Zudem fühlen sich die Jungs auch immer wohler und verinnerlichen unser Motto „ganz egal wo“. Die Flexibilität ermöglicht es uns Rahmenbedingungen schneller ändern zu können, sobald wir merken, dass sie nicht mehr für uns passen. Zudem hocken wir alle 24/7 aufeinander, lernen uns an bestimmten Punkten nochmal neu kennen und reflektieren unsere Stärken und Schwächen. Ich glaube, dass ist diese Selbstfindung, von der alle immer sprechen. Was ist mir wichtig? Welche Stellschrauben kann ich drehen? Womit fühle ich mich wohl? Viele Situationen zwingen uns regelrecht dazu nochmals hinzuschauen. Ich merke wie kritisch ich mit mir selbst bin, da ich einem Perfektionismus hinterherhechte, den ich wahrscheinlich nie erreichen werde. Gepaart mit Unsicherheiten, die mich manchmal wahnsinnig machen. Der Blick auf andere Familien bringt mich auf den Boden der Tatsachen. Man…die haben ja genau die gleichen Sorgen, Probleme und Herausforderungen. Das zeigt mir, dass wir doch so vieles gut machen.

Ich genieße gerade einfach das Hier und Jetzt. Die etwas frischere Meeresbrise, die lauen Sommerabende auf der Terrasse, das Roller fahren bergauf-bergab (man…das macht sooo Spaß), die strahlenden Augen meiner Kinder, die Schönheit der Natur und die Familienzeit.

Der Stress der letzten Wochen ist wirklich wie weggeblasen und wir tanken so richtig auf. Wir genießen die letzten Tage mit unserem Besuch aus Deutschland. Ich durfte das Surfen ausprobieren und habe es für mich als anstrengend verbucht. 😀 Zudem dürfen wir jeden Tag einen Traumstrand nach dem anderen entdecken. Bisher wirklich einer der schönsten Ecken hier auf Bali.

Am Sonntag ziehen wir weiter gen Westen nach Canggu. Wir sind gespannt, was wir dort erleben dürfen.

Namaste