“kamsia”

“kamsia”

10. September 2018 1 Von Jule

Es ist etwas ruhiger um uns geworden. Das hat sicherlich damit zu tun, dass wir nach der anfänglichen Aufregung doch so langsam einen Alltag gefunden haben. Einen sehr entschleunigten Alltag, wenn ihr mich fragt. Wir starten relaxed in den Tag mit ausschlafen sowie Kuschelzeit im Bettchen. Beim gemeinsamen Frühstück besprechen wir unseren Tag, wobei jeder seine Ideen einbringen darf. Wir Eltern können nach dem Frühstück noch unser Käffchen auf dem Balkon genießen, bis wir dann gegen Mittag alle startklar sind. Entweder machen wir einen Ausflug, gehen an den Strand oder legen einen Pooltag ein. Am späten Nachmittag kehren wir dann meist zum Abendessen in eines der vielen leckeren und günstigen Lokale ein. Selber kochen lohnt hier nicht besonders, denn es ist mehr Aufwand und nicht wirklich günstiger. Spaghetti mit Tomatensauce gibt es trotzdem manchmal…einfach weil die Kinder es lieben. Während ich dann mit den Kids ins Abendprogramm starte, macht sich der Papa an die Arbeit. Zum Glück ist er so eine Nachteule – ich könnte das nicht. 😉 Die Wochenendabende haben sich als Mama-Papa-Zeit etabliert. Wir finden mit diesem Rhythmus kommt wirklich jeder von uns auf seine Kosten. So kann es weiter gehen.

Das Wetter ist seit Anfang September etwas unbeständiger geworden. Es gewittert und regnet viel mehr als im Vergleich zu unseren ersten Wochen im August. Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, denn es sind immer noch angenehme 30°C Durchschnittstemperatur. Zudem sind es meist nur kurze jedoch heftige Schauer. Die Sonne lässt sich dann manchmal doch noch blicken, sodass wir trotzdem was unternehmen können. Für die richtigen rainy days haben wir einen kleinen Indoorspielplatz gefunden, wo sich die Jungs super austoben können. Als wir das letzte Mal dort waren, konnte ich mich für ein gutes Stündchen einfach mal zurückziehen. Ich bin durch den Ort geschlendert, habe mir eine Rückenmassage in einem der zahlreichen Massagesalons gegönnt und bin am Strand spaziert. Dabei konnte ich mein Mami-Akku wieder super aufladen. Anschließend kam sogar die Sonne raus und wir sind noch zu dem nahe gelegenen, eher unbekannten Chin Farm Waterfall gelaufen. Wir hatten den ganzen Wasserfall für uns. Bruno hat sich dort gleich mal eine Komplettdusche gegönnt und auch Theo hat sich getraut auf die Steine zu klettern. 😉 Wir alle fanden es großartig. Diese Momente zeigen mir immer wieder, dass wir alles richtig machen.

Was uns zudem sehr auffällt, ist die unglaubliche Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen hier.  Letztes Wochenende sind wir bei unserem Strandbesuch mit ein paar Locals ins Gespräch gekommen. Albert und David wohnen mit ihren Frauen direkt am Strand in ihren sehr einfachen (sorry) Bruchbuden. Die Häuser sind wirklich vom Meer gezeichnet.  Albert ist mit seinem Hund Rambo immer nur am Wochenende da, weil er unter der Woche als Hausmeister in einer staatlichen Schule in Georgetown arbeitet. David ist eher ein Fall für sich. Er behauptet selber von sich, er sei mit der See verheiratet. Gerne fährt er mit seinem klapprigen Kanu inklusive selbstgebaute Holzpaddeln raus aufs Meer. Ich hatte ihn dabei beobachtet und dachte mir „Ist der verrückt?“ Zurück kam er mit einem Netz voller Fische. Keine Ahnung wie er die gefangen hat. Eine Angel habe ich nicht bei ihm gesehen. Sunny, ein junger Thailänder, und Gloria, eine ältere schottische Lady, haben dieses Fleckchen Strand auch für sich entdeckt. So hatten wir einen wirklich netten Nachmittag mit den Vieren. Da Bruno gerne angeln wollte, lud David zu einem Angeltreff ein. Dies überließen wir dann mal nur Bruno und Papa. Ich machte mir mit Theo entspannte Stunden am und im Pool bzw. auf dem Spielplatz. Am Abend berichtete Bruno, dass sie sich erst einmal auf die Suche nach Muscheln machen mussten, um einen Köder zu angeln. Die Muscheln haben sie geknackt und damit einen kleinen Fisch rausgeholt. Den hat David dann klein gemacht und wiederum als Köder für weitere Fische verwendet. Insgesamt 7 Fische haben sie an diesem Tag aus dem Meer geholt. Das Abendbrot für David war gerettet. Als wir uns auch dieses Wochenende wieder trafen, wurden wir für Montag zum BBQ at the beach eingeladen. Auch diese Einladung nehmen wir gerne wahr. 😊

Eine weitere Situation fällt mir ein, wo die Freundlichkeit der Locals mal wieder überraschte. Wir hatten einen wunderbaren Nachmittag im Tropical Spice Garden. Dort konnten wir einiges über die vielfältigen Gewürze und tropischen Pflanzen, die der Dschungel so zu bieten hat, lernen. Zum Abendessen sind wir ins benachbarte Restaurant eingekehrt. Das „Monkey Tree“ hat seinen Namen alle Ehre gemacht, denn die Affen saßen direkt über uns auf den Bäumen. Für den Rückweg wollten wir uns gerade ein Grab-Car ordern, da sprach uns die Inhaberin des Restaurants an und fragte wohin wir wollen. Sie fuhr uns ganz selbstverständlich nach Hause, da es für sie auf dem Weg lag.

Wir hatten auch schon sehr nette Gespräche mit unseren Grab-Car Fahrern. Einer war ein riesen Bayern München Fussballfan und unterhielt sich mit Bosi die ganze Fahrt über deutsche Fußballmannschaften sowie über die Weltmeisterschaft. 😀  Andere lehren uns etwas über ihr Land und ihre Kultur. Es gibt beispielsweise über 100 verschiedene Sprachen in Malaysia. Dies hat mitunter damit zu tun, dass hier mindestens genauso viele verschiedene Religionen gelebt werden. Die meist vertretene Religion ist der Buddhismus. Aber auch der Hinduismus und der Islam sind sehr bedeutende Religionen. So wird beispielweise jetzt am Dienstag das muslimische Neujahr gefeiert und ist ein nationaler Feiertag in ganz Malaysia. Es ist außerdem sehr schön zu sehen, dass all diese Religionen friedlich nebeneinander leben können. Da kann sich der Nahe Osten mal ein Scheibchen von abschneiden. Wir sagen auf jeden Fall `kamsia` (Danke in Malay) für diese Erfahrung.

 

Einer der bedeutensten und größten buddhistischen Tempel Malaysia ist der Kek Lok Si Tempel und steht noch auf unserer To-Do Liste. Wir haben uns aber letzte Woche vorerst einen Hindu Tempel angeschaut. Der Arulmigu Balathandayuthapani Temple, auch genannt Wasserfalltempel, ist am Berg gelegen. Das hieß für uns mal wieder Aufstieg. Puh…sind ja nur gefühlte 70°C. Völlig fertig kamen wir oben an und mussten feststellen, dass der Tempel geschlossen hat. Na toll… Doch wir hatten Glück. Wir durften noch schnell einmal rein, bevor die Tore geschlossen wurden. Ein Hindumeister gab uns den Segen mit weißer Kreide auf unsere schweißnassen Stirnen und von zwei weiteren Männern bekamen wir einen süßen Reis-Milch-Brei in die Hand gedrückt. Dann wurden wir auch schon freundlichst aufgefordert den Tempel wieder zu verlassen. Ein kurzes, aber eindrucksvolles Intermezzo. Die Inspirationen lauern hier an jeder Ecke. Bosi schreibt einen Text nach dem anderen. Da wird sicher nächstes Jahr mal wieder etwas auf Platte erscheinen. 😉

Und das sind unsere weiteren Pläne:

Wir haben jetzt noch gute zwei Wochen hier in Penang. Unsere Reise geht am 26.09.2018 weiter nach Bali/Ubud. Darauf freuen wir uns wirklich schon sehr. Es gibt auch schon einen groben weiteren Plan für die nächsten Monate. Für alle die, die doch noch mit den Gedanken spielen uns zu besuchen. Voraussichtlich werden wir den Oktober und November auf Bali verbringen, Dezember inkl. Neujahr nach Neuseeland und danach für 2 bis 3 Monate nach Thailand. Alle Angaben sind allerdings ohne Gewähr. 😉

Liebste Grüße an euch da draußen.