On the Road to Niagara

On the Road to Niagara

29. April 2016 0 Von Jule

Also wettertechnisch ist es hier wirklich April. Jeden Tag erwartet uns ein anderes Extrem. So auch am Sonntag. Nach unserer ereignisreichen Chicagotour ließen wir es am Sonntag ganz ruhig angehen. Das Wetter war wirklich herrlich. 24 Grad strahlender Sonnenschein. Nachmittags entführte Svenni uns in den naheliegenden Brookfield Zoological Garden. Bei diesem tollen Wetter war es nicht anders erwartend sehr voll. Und da für die Amis einfach NUR Zoo zu langweilig ist, gab es auf diesem riesigen Gelände alles was Kinderaugen leuchten lässt. Karussell, Safaritour, Eis, Zuckerwatte und und und. Wir versuchten uns aufs Wesentliche zu konzentrieren…nämlich auf die Tiere und ein kühles Bierchen. Wir mussten dafür unseren Ausweis vorzeigen und bekamen ein Armband, leider war es nicht das all inclusive Flatrate Bändchen sondern nur der Nachweis, dass wir das so eben erworbene Bier überhaupt trinken dürfen. Erschöpft fielen wir auch diesen Abend ins Bett.

Am Montag starteten wir unser Abenteuer zu den Niagarafällen. Insgesamt 1900km lagen für die Hin- und Rücktour vor uns. Was haben wir uns da nur vorgenommen?!

Unser erster Stop war Port Huron an der Grenze zu Canada. Die 5h Fahrt lief mit den Kids überraschend gut. Um für Bruno, die alte Wasserratte, noch ein Highlight zu schaffen, gingen wir als aller erstes in den hoteleigenen Pool. Mit einem Abendspaziergang zur Grenzbrücke sowie einem mega leckeren Abendessen in einem Hafenrestaurant rundeten wir unseren ersten Tourtag ab. Mit Kindern ins Restaurant zu gehen, ist wie Rockstars ins Hotelzimmer zu lassen. Danach kanns man eigentlich immer die ganze Bude renovieren. Vielleicht sollten wir uns mal einen Handstaubsauger anschaffen!? Oder einfach schnell weiter fahren…

Am nächsten Tag ging es weiter nach Canada zu den Niagara Falls. Es lagen nur noch 3h Fahrt vor uns, die wir entspannt übern Mittagsschlaf der Kids fuhren. Als Bruno auch in diesem Hotel den Pool entdeckte, hatte er auf einmal keine große Lust mehr auf die Wasserfälle. Das erinnerte Bosi an seine Kindheit. Mit viel Gemaule im Rücken gingen wir zu den Wasserfällen. Zugegeben, es war auch wirklich arschkalt. Zur Krönung fiel Bruno noch einmal komplett in eine Pfütze, sodass wir erst einmal wieder zurück zum Hotel mussten, um die Sachen zu wechseln. Pure Absicht wollen wir ihn jetzt mal nicht unterstellen. So hatte Jule sich Ihr erstes Zusammentreffen mit den Falls jedenfalls nicht vorgestellt. Dennoch zogen wir nochmal los und ließen uns die kalte Brise um die Nase wehen. Ein leckeres Abendbrot beim Italiener und vorm Schlafen bekam unser Bruni auch endlich nochmal seine Runde Pool – so kam jeder auf seine Kosten.

Wir hatten uns dazu entschlossen am nächsten Tag erst Abends zurückzufahren, um noch den kompletten Tag in der Niagara Region verbringen zu können. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn das Wetter war auf einmal wieder bombastisch. Die Niagarafälle wirkten gleich viel intensiver. Nun konnten wir auch unsere Bootstour machen. Die roten Regencapes waren diesmal keine typische Vorsichtsmaßnahme, sondern einfach notwendig. Hier blieb wirklich keiner trocken. Die ersten Leute auf dem Schiffsdeck erfreuten sich noch der guten Aussicht, kamen aber wenige Minuten später platschnass runter. Wahnsinns Naturgewalten, die sich nur schwer mit der Kamera einfingen ließen.

Bruno und Papa waren dann nochmal auf dem Riesenrad und haben sich das ganze Spektakel von oben angeschaut.

Um die Niagarafälle herum wurde leider ein ganzjähriger Rummel mit Fressbuden, Geisterhäusern und Souvenirshops gebaut. Nichts für uns, also schnell weiter Richtung Norden zum ländlicheren Niagara-on-the-Lake. Hier gab es viel Wasser, kleine Ladengeschäfte, regionaler Wein und einen Spielplatz. Bruno war alleine mit Steine ins Wasser schmeißen eine gute Stunde beschäftigt. Unsere Kinder sind da sehr genügsam, ohne Reizüberflutung.

Nach einem abschließenden Restaurantbesuch beim Griechen kam wieder der unangenehme Teil der Reise, das Autofahren. Für die abendliche Rücktour haben wir uns eine andere Route (über den Bundesstaat New York) ausgesucht. Hier gab es mit Buffalo und Cleveland ein bisschen mehr zu sehen als auf der relativ unspektakulären Hintour. Kurz nach Mitternacht kamen wir dann in unser Hotel in Sandusky an.

Das Wetter schlug leider wieder um, so wachten wir am nächsten Morgen bei prasselnden Regen auf. Eigentlich wollten wir uns in Sandusky noch ein wenig umschauen, doch jetzt brauchten wir einen neuen Plan. Deshalb fuhren wir direkt weiter nach Toledo in das Imagination Center. Das „Museum“ ist schwer zu beschreiben. Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland, einfach der Knaller für die Kids. Das ganze hatte einen wissenschaftlichen Touch mit klassischen, physikalischen Experimenten für Kinder verpackt. Einfach unglaublich viele Möglichkeiten von 4D Achterbahn bis optische Täuschungen war alles dabei. Alleine die „Ball Maschine“ hat die Kinder sehr lange beschäftigt.

Da Bosi ungern bis tief in die Nacht fahren wollte, sind wir schon relativ früh gegen halb 5 los. Das war wohl leider etwas zu früh, Bruno schlief die 5 Stunden Fahrt nicht, eine Stunde Zeitverschiebung kam auch dazu. Theo hatte irgendwann auch die Nase voll vom Autofahren und machte sich bemerkbar. Ein Wunder, dass es bisher auf unserer großen Reise noch so entspannt verlief. Jetzt sind wir wieder gut in Glen Ellyn gelandet und entspannen erstmal ein paar Tage vor Ort, damit die Kids sich von dem Trip erholen können. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, viele Fotos und Impressionen.