Kerry by Bus, Boat & Bike

Kerry by Bus, Boat & Bike

2. Juli 2015 0 Von Jule

In einem unserer Reiseführer haben wir vom „Craic“ gelesen. Eine richtige Übersetzung für dieses Wort gibt es nicht, es ist eine Art Lebensgefühl. Das Lebensgefühl, das wir immer wieder an den unterschiedlichsten Orten von Irland spürten. Am Dienstag haben wir eine Bootstour unternommen. Die Insel Beara war für unseren Camper nicht geeignet. Nun erklärte sich auch, warum diese „vergessene Insel“ nicht so touristisch wie der Ring of Kerry ist. Sie ist für Busse und Camper einfach nicht befahrbar. Also nahmen wir den Seeweg vom nahgelegenden Kenmare Bay. Wir hatten die Befürchtung, das Ganze sei zu touristisch, doch die Rundfahrt wurde von einer kleinen, irischen Familie betrieben. Die jugendliche Tochter packte kräftig mit an und der Stolz, ein Teil des Familienunternehmens zu sein, war ihr anzusehen. Der bärtige Steuermann brummte zwei, drei Seemannslieder in das Mikrophon und es wurde „Medizin“ zum Kaffee angeboten – klassisch irisch.

Genau das ist der Craic, die Glückseligkeit und absolute Zufriedenheit im Hier und Jetzt zu leben. Hier gibt es manche Luxusprobleme aus Deutschland überhaupt nicht, weil man sich auf das Wesentliche konzentriert. Wir versuchen uns eine Scheibe Craic abzuschneiden und mit nach Deutschland zu nehmen. Die Seeroben relaxten im Wasser wie wir beim Kaffee an Board. Man nennt es „bottleing“, weil Sie sich senkrecht wie eine leere Flasche im Wasser treiben lassen. So langsam realisierten wir, wie wenig Zeit wir eigentlich noch für die restliche Route haben, da sind wir vor lauter Tatendrang noch am selben Tag zum nächsten Campingplatz nach Killarney weiter nördlich gefahren.

Da sich Bosi auch mal auf die schöne Landschaft links und rechts konzentrieren wollte und keine Lust auf die engen Straßen hatte, haben wir direkt am Mittwoch eine Ring Of Kerry Bustour gebucht. Kurz gesagt: wir hatten keine Lust auf weitere Schrammen. Es war eine Tour mit einem recht kleinen Bus, vielen Stopps und traditionell irischer Musik. Bei einem Halt wurde uns von einem Hirten eindrucksvoll das Eintreiben der Schafsherde per Hunde gezeigt und erklärt. Bruno war nicht so wirklich interessiert und wollte die ganze Zeit nur Schafe streicheln. Nach der Vorführung haben wir ihn ins Schafsgehege gestellt, wo er leider feststellen musste, dass die Schafe zu scheu sind, um sich streicheln zu lassen.
Die Landschaft an den restlichen Haltestationen war einfach nur atemberaubend. Die Fotos können nicht annähernd den Ausblick widerspiegeln, den wir hatten. Wir versuchen uns einfach lange daran zu erinnern.

Nach der Rückkehr haben wir den Tag noch gemütlich in einem irischen Restaurant ausklingen lassen. Bei den vielen Schafen konnte Bosi es sich nicht nehmen lassen einen Lammtopf plus Guiness zu bestellen.

Heute stand mal wieder eine Fahrradtour auf dem Programm. Wir erkundeten den Killarney National Park. Direkt nach Start hat uns der erste Schauer erwischt, einer von vielen, kurzen Schauern. So bald wir unsere Regenjacken an hatten, kam auch schon wieder die Sonne heraus. Generell mussten wir feststellen, dass sich das Wetter der ersten Urlaubstage nicht ganz gehalten hat. Aber wir waren darauf eingestellt und wenn die Iren trotz des Wetters so freundlich und gut gelaunt sind, können wir das auch, meistens… Theo war heute etwas unruhig und wollte nicht so recht schlafen, wir kamen aber trotzdem auf unsere Kosten. Wir sahen eine traditionelle Tierfarm, ein altes Herrenhaus, ein Wasserfall, viele Pferdekutschen und wie immer die schöne Landschaft.

Wir wünschten, wir hätten noch mehr Zeit für den Südwesten, aber morgen muss die Reise weitergehen. Irgendwann sehen wir uns wieder Kerry!