Die Küste von Wales

Die Küste von Wales

24. Juni 2015 0 Von Jule

Eigentlich wollten wir am Samstag von London aus nur zwei Stunden weiter fahren nach Dudley bei Birmingham. Doch London wollte uns nicht weiterziehen lassen. Das Navi schickte uns samt Camper einmal komplett durch London. Wir waren verzweifelt, gestresst und wollten einfach nur raus aus dieser Stadt, am liebsten per Helikopter. Diese kleine Rundfahrt hat uns 4 Stunden extra gekostet. Die vielen Wendemanöver in Londons Seitengassen waren hoffentlich das beste Training für Irlands schmale Straßen, aber auf jeden Fall purer Nervenkitzel.

Ein ruhiges Plätzchen fanden wir dann 200km weiter in Dudley auf einem abgelegenen Parkplatz am Hang. Schnell vergaßen wir das Verkehrschaos in London und konnten mit einem kleinen Spaziergang die Aussicht auf Birmingham genießen. Bruno war etwas aus der Puste vom Aufstieg. Hier konnten wir den Tag entspannt ausklingen lassen und früh mit den Kindern ins Bett gehen.

Am Sonntag kamen alle wieder auf ihre Kosten. Im „Dudleys Zoological Garden and Castle“ verbrachten wir einen wundervoll sonnigen Tag mit einer Kombination aus Burgbesichtigung und Zoobesuch.

Ein kleiner Affe hinter der Glasscheibe guckte neugierig und irgendwie menschlich in unseren Croozer hinein, um die beiden Jungs zu sehen. Kurz kamen wir uns selbst vor wie Affen hinter einer Scheibe. Ein Besuch beim Italiener rundete den schönen Tag ab. Auch wenn sich die Camperfamilie nicht grade schick für’s Restaurant gemacht hat, schmeckte es allen. Die Britten sind ein sehr umgängliches und freundliches Völkchen.

Abends machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Norden. Auch das war mit nur 180 km nicht die angenehmste Fahrt. Es wurde dunkel und bergiger. Der graue Wolkenteppich wurde eins mit den düsteren Bergen. Kurvige und schmale Straßen zogen jede Meile in die Länge. In Snowdonia (Wales) angekommen, musste wieder ein Parkplatz als Nachtlager her halten. Dafür konnte Bosi morgens das Camper Fenster öffnen und Bruno direkt den Berg mit den Schafen zeigen. Nach einem Talspaziergang und Mittagessen ging es mit dem Snowdonia Mountain Railway hoch auf die Bergspitze, wandern kann ja jeder. Oben hat man eigentlich nur Nebel gesehen, aber der Weg war in diesem Fall das Ziel mit beeindruckenden Ausblicken.

Die letzten zwei Nächte hatten wir einen super schönen Campingplatz in Holyhead. Das Meer lag direkt vor der Haustür. Mit unseren Fahrrädern plus Croozer sind wir ein paar Meilen die Küste entlang bis zum Leuchtturm (South Stack). Wir waren fix und fertig von den hügeligen Küstenpfaden, das geht mit 40Kg Anhänger ordentlich in die Beine. Aber es war ein grandioser Tag bei Sonnenschein und Strandchillout. Wir haben alle ein bisschen Farbe bekommen, an Sonnencreme haben wir natürlich nicht gedacht.

Nun geht es mit der Fähre nach Dublin/Irland. Das Abenteuer geht weiter! Wir bereuen nichts!