„Céad míle fáilte“ heißt…

„Céad míle fáilte“ heißt…

29. Juni 2015 0 Von Jule

…“Tausend mal willkommen“. Wir haben endlich irischen Boden unter den Füßen. Ein Traum ist wahr geworden! Im Norden von Dublin fanden wir einen tollen Campingplatz direkt am Meer.

Hier konnten wir erst einmal durchatmen, duschen, Wäsche waschen und grillen. Bosi wurde von einem anderen Camper gefragt, wie er das Spiel fand. Welches Spiel eigentlich? Schnell realisierten wir, dass ein Fernseher inklusive Satelitenschüssel auf dem Dach wohl zur Standardausrüstung eines irischen Campers gehört. Wir wissen bis heute nicht welches Spiel gemeint war, egal. Mit dem nächst gelegenen Dorfbus fuhren wir am Donnerstag nach Dublin. Viele Haltestellen und endlose Minuten später kamen wir endlich an. Unsere Erwartungen: kleine süße Stadt, die man locker zu Fuß erkunden kann. Stimmt soweit auch, allerdings hat uns niemand erzählt, dass diese kleine süße Stadt von Menschen überlaufen ist.

Scheinbar waren wir vor lauter Strand- und Bergidylle den Großstadtlärm nicht mehr gewohnt. Ob es uns bei der Rückkehr nach Berlin auch so geht? Enge Straßen und wo man hinschaut Busse, Baustellen und Menschen. Man stelle sich den Trubel am Alex vor… Nur das es dort in der gesamten Innenstadt so abgeht. Puuuuh….. Gerettet haben wir uns auf das Campusgelände des Trinity Colleges.

Am großen Rugbyfeld konnten wir das erste mal in Dublin entspannen. Am Nachmittag trafen wir dann auf unsere Susi, die für ein Jahr Dublin als neue Heimat gewählt hat. Mit ihr an unserer Seite hatte das Herumirren endlich ein Ende. Wir gingen in den Merrion Square, wo Bruno schnell einen riesigen Spielplatz entdeckte. Abends waren wir im Szeneviertel Temple Bar noch lecker Pizza essen und natürlich im Pub ein Guinness schlürfen. Nach diesen Trip sehnten wir uns wieder nach Ruhe und Natur. Wir verabredeten mit Susi, Kai und Peri (ein guter Freund von Kai) für Freitag per Koordinaten einen Treffpunkt im Wicklow Nationalpark, südlich von Dublin. Hier in den Bergen verbrachten wir das Wochenende zusammen. Wir wanderten die Hügel rauf und runter, herrlich!

Samstag Nachmittag fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter nach Glendalough, einem kleinen Nationalpark.

Auch hier wanderten wir noch einige Kilometer bis zu einem traumhaft gelegenen See im Tal. Am Abend waren wir müde und geschafft. Wir ließen den Tag mit ’nem gemütlichen Grillerchen auf unserem Wildcamping Parkplatz in bester Berglage ausklingen. Leider machte uns irgendwann das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Erst fing es an zu regnen und dann zog auch noch ein wirklich unangenehmer Wind auf. Und das hielt an. Selbst der Jameson Whiskey konnte die Männer nicht mehr lange von innen heraus wärmen. Es regnete und stürmte die ganze Nacht, so dass unser Camper nur so wackelte. Ein frühzeitiges Ende eines schönen Tages. Gestern wollten wir dann mal wieder ein Stück voran kommen. Wir haben es fast bis Cork geschafft, insgesamt wahnsinnige 250 km weiter. Vom Süden aus war es nicht mehr weit zu den absoluten Irlandhighlights im Westen der Insel. Einen Zwischenstopp gab es in Avoca – ein kleines, süßes Handwerksdorf mit einer alten Webereimühle, die wohl älteste Mühle Irlands.

Da wir nicht unbedingt 150 Euro für Cashmir Klamotten ausgeben wollten, sind wir weiter und haben einen zweiten Stopp an der Strandpromenade in Youghal eingelegt.

Die Übernachtung erfolgte mal wieder kostenlos auf einem Parkplatz in der Nähe. Schöner Ausblick aufs Meer, nur die Klippe ging beängstigend steil runter. Hoffentlich hält die Handbremse. Die Region ist eigentlich als Whalewatching Point im Reiseführer aufgeführt, aber bisher konnten wir noch keinen Wal sehen – Schweinerei! Heute haben wir dann die restlichen 140 km gemeistert und uns einen Campingplatz in Coornagillagh gegönnt. Er liegt bereits in der Region Kerry und kann hervorragend als Stützpunkt für die nächsten Tage dienen. Geplant sind erstmal Radtouren auf der Beara Halbinsel, eine Region die so wunderschön wie der „Ring of Kerry“ sein soll, bloß mit weniger Touristen. Große Lust auf die engen Straßen mit dem Camper haben wir auf jeden Fall nicht. Wir schauen uns nach alternativen Reisemöglichkeiten um, damit wir von hier aus die Halbinseln erkunden können. Details folgen natürlich.